Best Practices

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor: Sekundärrohstoffe für eine zukunftsfähige Produktion

21st Century Supply Chain Planning: David Mattersdorfer – Sekundärrohstoffe

Quantics motif
Quantics
9/4/2024
Teilen Sie diesen Beitrag

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus unserer Webinar-Reihe „21st Century Supply Chain Planning: Empowering Manufacturers“. In dieser Episode geht es um die Zukunft der Supply-Chain-Planung, die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit und die Rolle von Sekundärrohstoffen in der Produktion. Branchenexperte David Mattersdorfer, Gründer und Geschäftsführer von Madana, erläutert, wie Unternehmen bestehende Geschäftsmodelle weiterentwickeln und nachhaltiger gestalten können.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt nur einen ersten Einblick in das Gespräch. Die vollständige Episode mit weiteren Themen und Praxisimpulsen finden Sie auf dem YouTube-Kanal von Quantics. Eine Übersicht aller behandelten Themen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Nachhaltigkeit als Chance: Herausforderungen und Potenziale

Nachhaltigkeit ist in der Fertigungsindustrie längst mehr als ein Schlagwort – sie entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Angesichts wachsender ökologischer Herausforderungen steigt der Druck auf Unternehmen, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und Ressourcen effizienter einzusetzen. Welche Rolle nachhaltige Produktionsprozesse und insbesondere Sekundärrohstoffe dabei spielen, erläutert unser Experte David Mattersdorfer. Seine Einblicke zeigen, welche Herausforderungen und Chancen der Wandel für Produktionsunternehmen mit sich bringt.

Nachhaltige Produktion: Regulatorische Anforderungen und strategische Chancen

Jährlich fallen weltweit rund 20 Milliarden Tonnen Material als Abfall an – ein erheblicher Teil davon wird nicht wiederverwertet. Die Fertigungsindustrie kann daher einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Ressourcen länger im Wirtschaftskreislauf zu halten. David unterstreicht die zunehmende Bedeutung nachhaltiger Praktiken und verweist dabei auch auf regulatorische Anforderungen wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Unternehmen, die sich frühzeitig auf neue Anforderungen einstellen und Nachhaltigkeit strategisch verankern, erfüllen nicht nur regulatorische Vorgaben, sondern können sich auch langfristige Wettbewerbsvorteile verschaffen.

Sekundärrohstoffe: Innovationen im Kunststoffrecycling

Beim Einsatz von Sekundärrohstoffen rückt David insbesondere den Bereich Polymere in den Fokus. Während das Recycling von Materialien wie Stahl und Glas bereits weit etabliert ist, stellt die Wiederverwertung von Kunststoffen aufgrund ihrer Vielfalt und unterschiedlichen Materialeigenschaften besondere Anforderungen.

Gleichzeitig hat das Kunststoffrecycling durch steigendes Umweltbewusstsein sowie politischen und gesellschaftlichen Druck erheblich an Bedeutung gewonnen. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen theoretischer, technischer und praktischer Recyclingfähigkeit. Neue Technologien und Verfahren schaffen zunehmend die Voraussetzungen dafür, recycelte Materialien in größerem Umfang und mit gleichbleibend hoher Qualität in Produktionsprozesse zu integrieren.

Herausforderungen beim Einsatz von Sekundärrohstoffen

Die Integration von Sekundärrohstoffen bringt für Produktionsunternehmen neue Herausforderungen mit sich. Der Übergang von einer linearen Wirtschaft zur Kreislaufwirtschaft erfordert nicht nur neue Materialien, sondern auch ein grundlegendes Umdenken bei Produktionsprozessen und Geschäftsmodellen.

Während Primärrohstoffe in der Regel weitgehend konstante Materialeigenschaften aufweisen, können Sekundärrohstoffe stärkeren Schwankungen unterliegen. Produktionsprozesse müssen daher flexibler gestaltet werden, um unterschiedliche Materialqualitäten zuverlässig verarbeiten zu können. Gleichzeitig erwarten Kunden eine konstant hohe Produktqualität – unabhängig davon, ob Primär- oder Recyclingmaterialien zum Einsatz kommen. Unternehmen müssen somit Nachhaltigkeitsziele und Qualitätsanforderungen miteinander in Einklang bringen.

Wer diese Herausforderungen frühzeitig angeht und entsprechende Kompetenzen, Prozesse und Technologien aufbaut, kann den Wandel zur Kreislaufwirtschaft aktiv mitgestalten und sich langfristig strategische Vorteile sichern.

Kundenanforderungen und Produktionskomplexität in Einklang bringen

Eine weitere Herausforderung besteht darin, Kundenanforderungen, Nachhaltigkeitsziele und Produktionsanforderungen miteinander zu vereinbaren. Besonders deutlich wird dies in Branchen mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Zwar kann der Einsatz nachhaltiger Materialien das Markenimage stärken und steigende Kundenerwartungen erfüllen, gleichzeitig müssen Faktoren wie Materialkompatibilität, Qualität und Produktintegrität jederzeit gewährleistet sein.

Besonders anspruchsvoll ist dies beispielsweise im Gesundheitswesen, wo strenge Sicherheits- und Qualitätsanforderungen den Einsatz recycelter Materialien begrenzen können. Nachhaltigkeit muss daher stets im Kontext der jeweiligen Produkt- und Branchenanforderungen betrachtet werden.

Mit einem ganzheitlichen Ansatz Potenziale erschließen

Um das Potenzial von Sekundärrohstoffen vollständig auszuschöpfen, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz, der technologische Innovation, geeignete regulatorische Rahmenbedingungen und ein stärkeres Bewusstsein bei Verbrauchern miteinander verbindet. Der Übergang zu einer nachhaltigeren Produktion ist mit Herausforderungen verbunden, bietet jedoch erhebliche ökologische und wirtschaftliche Chancen.

Durch Kreislaufwirtschaft und einen effizienteren Ressourceneinsatz können Produktionsunternehmen ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren, ihre Abhängigkeit von Primärrohstoffen verringern und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Ressourcenengpässen stärken. Werden Sekundärrohstoffe gezielt als Innovationstreiber genutzt, können Unternehmen nicht nur ihre Nachhaltigkeitsziele vorantreiben, sondern zugleich die Grundlage für langfristige Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum schaffen.

Sie möchten mehr über dieses Thema erfahren?

Dieser Beitrag bietet nur einen ersten Einblick in das Webinar „Unlocking Sustainability: Leveraging Secondary Raw Materials for Future Manufacturing Success“ mit David Mattersdorfer, Geschäftsführer von Madana, vom 21. März 2024.

Das vollständige Webinar finden Sie auf dem YouTube-Kanal von Quantics. Dort erfahren Sie mehr über folgende Themen:

  • Kosteneinsparungen durch den Einsatz von Sekundärrohstoffen
  • Aktuelle Entwicklungen und neue Technologien rund um Sekundärrohstoffe
  • Bewertung von Umweltauswirkungen als Grundlage für fundierte Entscheidungen
  • Wichtige Akteure und ihre Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette
  • Strategien zur internen und externen Einbindung relevanter Stakeholder
  • Kontinuierliche Verbesserung beim Einsatz von Sekundärrohstoffen
  • Praxisbeispiele: Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sowie Erfahrungen von Stakeholdern

Das Webinar ist Teil der Quantics-Reihe „21st Century Supply Chain Planning: Empowering Manufacturers“. In weiteren Webinaren, Präsentationen und Expertengesprächen beleuchten wir aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in der Supply-Chain-Planung – mit besonderem Fokus auf die Anforderungen von Produktionsunternehmen.

Play here

Lernen Sie unseren Experten kennen: David Mattersdorfer

David Mattersdorfer ist Unternehmer und Experte für Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Geschäftsmodelle mit einem fundierten technischen und ingenieurwissenschaftlichen Hintergrund. Nach der erfolgreichen Fusion und seinem Ausstieg bei POLYMER STOCKLIST übernahm er die Verantwortung für das DACH-Geschäft bei CYRKL. Heute ist David Gründer und Geschäftsführer von MADANA, wo er Start-ups und etablierte Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Lösungen unterstützt. Dabei verbindet er technisches Know-how, unternehmerische Erfahrung und Innovationskraft, um den Übergang zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.

FAQ

1. Was sind Sekundärrohstoffe und wie unterscheiden sie sich von Primärrohstoffen?

Sekundärrohstoffe werden aus Abfällen oder ausgedienten Produkten zurückgewonnen und für den erneuten Einsatz in der Produktion aufbereitet – beispielsweise recyceltes Kunststoffgranulat oder wiederaufbereitetes Metall. Primärrohstoffe hingegen werden direkt aus natürlichen Ressourcen gewonnen, etwa Rohöl oder neu abgebautes Erz. Ein wichtiger Unterschied liegt in der Materialkonsistenz: Zusammensetzung und Qualität von Sekundärrohstoffen können je nach Herkunft und Aufbereitung stärker schwanken. Produktionsunternehmen benötigen daher häufig flexiblere Produktionsprozesse und eine entsprechend angepasste Qualitätskontrolle.

2. Sind Sekundärrohstoffe immer teurer als Primärrohstoffe?

Nein. Sekundärrohstoffe können günstiger als Primärrohstoffe sein. Die tatsächlichen Kosten hängen jedoch stark von Material, Qualität, Verfügbarkeit, Aufbereitungsaufwand und Marktsituation ab. Zusätzliche Kosten können beispielsweise durch Sortierung, Prüfung, Qualitätskontrolle oder notwendige Anpassungen im Produktionsprozess entstehen. Mit der Weiterentwicklung von Recyclingtechnologien und Märkten für Sekundärrohstoffe wird es daher immer wichtiger, die Gesamtkosten des Materialeinsatzes zu betrachten, anstatt lediglich die Rohstoffpreise miteinander zu vergleichen. Weitere Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Marktes für recycelte Kunststoffe finden Sie im Global Plastics Outlook der OECD.

3. Können recycelte Kunststoffe die gleichen Qualitätsstandards wie neue Kunststoffe erfüllen?

Ja, bei vielen Anwendungen ist das möglich – allerdings nicht uneingeschränkt. Hochwertige Recyclingkunststoffe können anspruchsvolle technische Anforderungen erfüllen, wenn Beschaffung, Sortierung und Aufbereitung sorgfältig kontrolliert werden. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, gleichbleibende Materialeigenschaften über verschiedene Chargen hinweg sicherzustellen. Besonders hohe Sicherheits- und Materialanforderungen gelten beispielsweise für Medizinprodukte oder Lebensmittelverpackungen. Hier kann der Einsatz bestimmter Recyclingmaterialien eingeschränkt sein oder zusätzliche Prüf- und Freigabeverfahren erfordern.

4. Was ist mit dem im Interview erwähnten „Sustainable Supply Chain Act“ gemeint?

Damit ist das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) gemeint, das 2023 in Kraft getreten ist. Es verpflichtet Unternehmen, die in seinen Anwendungsbereich fallen, bestimmte menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken im eigenen Geschäftsbereich und entlang ihrer Lieferketten angemessen zu berücksichtigen. Dazu gehören unter anderem Risikomanagement, Risikoanalysen, Präventionsmaßnahmen und Dokumentationspflichten. Auch auf EU-Ebene entwickeln sich die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Sorgfaltspflichten in Lieferketten weiter. Für Produktionsunternehmen gewinnen daher Transparenz und eine verantwortungsvolle Beschaffung zunehmend an Bedeutung.

5. Erfordert der Umstieg auf Sekundärrohstoffe Anpassungen im Produktionsprozess?

Häufig ja. Sekundärrohstoffe können bei Eigenschaften wie Zusammensetzung, Reinheit, Farbe oder mechanischer Beschaffenheit stärkere Schwankungen aufweisen als Primärrohstoffe. Produktionsprozesse, die auf weitgehend gleichbleibende Materialeigenschaften ausgelegt sind, müssen daher gegebenenfalls flexibler gestaltet werden. Dazu können zusätzliche Qualitätskontrollen, die gezielte Mischung verschiedener Materialien oder Anpassungen der Prozessparameter gehören. Wer diese Materialschwankungen bereits in der Planung berücksichtigt, statt Sekundärrohstoffe lediglich als direkten Ersatz für Primärrohstoffe zu betrachten, schafft bessere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration. Genau hier setzt eine flexible Produktionsplanung an.

Jetzt starten

Mehr erfahren

Entdecken Sie, wie die innovativen Funktionen von Quantics Produktionsunternehmen dabei unterstützen, ihre Abläufe nachhaltiger zu gestalten.

Erfahren Sie, wie Quantics mit einzigartigen Funktionen Ihr Unternehmen in der produzierenden Industrie dabei unterstützt, das Potenzial modernster Prognoseverfahren und Supply-Chain-Planung optimal auszuschöpfen.

Textured dark blue hexagonal pattern with varying shades and depths, creating a modern, geometric background.
Quantics motif
Quantics
9/4/2024
zurück zu den Artikeln
Common Questions

Frequently Asked Questions

Find answers to common questions about our solutions and how they benefit your operations.

No items found.
Textured dark blue hexagonal pattern with varying shades and depths, creating a modern, geometric background.
Best Practices